Was ist Matcha? Herkunft, Geschmack und Zubereitung erklärt

Was ist Matcha eigentlich? Entdecken Sie, wie der japanische Grüntee hergestellt wird, wie er schmeckt und warum er sich deutlich von gewöhnlichem Grüntee unterscheidet.
Grüne Matcha-Schale mit Chasen und feinem Matcha-Pulver auf einem hellen Holztisch

Matcha ist ein fein gemahlener japanischer Grüntee mit intensiv grüner Farbe und einem charakteristischen Geschmack zwischen frischen, pflanzlichen Noten, leichter Bitterkeit und Umami.

Anders als bei klassischem Grüntee werden die Blätter nicht einfach mit Wasser aufgegossen und anschließend entfernt. Beim Matcha wird das fein gemahlene Teepulver direkt mit Wasser vermischt und getrunken.

Doch nicht jedes grüne Teepulver ist automatisch Matcha. Entscheidend sind der Anbau und die Verarbeitung der Teeblätter. Traditionell entsteht Matcha aus Tencha, einem speziell hergestellten Grüntee aus beschatteten Teepflanzen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Matcha ist fein gemahlener Grüntee aus Tencha.
  • Die Teepflanzen werden vor der Ernte für eine gewisse Zeit beschattet.
  • Die Blätter werden gedämpft und getrocknet, aber nicht wie Sencha gerollt.
  • Vor dem Mahlen werden unter anderem Stiele und gröbere Blattadern entfernt.
  • Matcha schmeckt pflanzlich, frisch, leicht herb und je nach Qualität deutlich nach Umami.
  • Traditionell wird das Pulver mit heißem Wasser und einem Bambusbesen aufgeschlagen.
  • Matcha kann auch für Latte, kalte Getränke und Speisen verwendet werden.

Was ist Matcha genau?

Matcha gehört zur Familie der japanischen Grüntees.

Sein Ausgangsprodukt heißt Tencha. Dabei handelt es sich um Teeblätter, die vor der Ernte beschattet und nach dem Pflücken auf besondere Weise verarbeitet werden.

Aus dem fertigen Tencha entsteht durch sehr feines Mahlen das grüne Matcha-Pulver.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu gewöhnlichem Grüntee: Bei Sencha oder anderen Blatttees werden die Blätter mit Wasser aufgegossen und später entfernt. Matcha bleibt dagegen als feines Pulver im Getränk.

Deshalb besitzt eine Schale Matcha auch eine andere Textur als ein klassischer Teeaufguss. Gut zubereitet wirkt sie fein, dicht und leicht cremig.

Woraus besteht Matcha?

Reiner Matcha besteht grundsätzlich nur aus gemahlenen Teeblättern der Teepflanze Camellia sinensis.

Milch, Zucker, Aromen oder andere Zutaten gehören nicht zum Matcha selbst.

Solche Zutaten kommen erst hinzu, wenn daraus beispielsweise ein Matcha Latte oder ein Dessert zubereitet wird.

Auch die Bezeichnung „Grünteepulver“ bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt echter Matcha ist. Für Matcha wird Tencha verwendet, der speziell für diesen Zweck angebaut und verarbeitet wird.

Wie wird Matcha hergestellt?

Die Herstellung beginnt bereits mehrere Wochen vor der Ernte.

1. Die Teepflanzen werden beschattet

Für Tencha werden die Teepflanzen vor der Ernte vor einem großen Teil des direkten Sonnenlichts geschützt.

Je nach Anbaugebiet und Produzent dauert diese Beschattung häufig mehrere Wochen.

Sie beeinflusst unter anderem Farbe, Aroma und Geschmack der späteren Teeblätter. Besonders die für Matcha typische Kombination aus kräftigem Grün und ausgeprägtem Umami hängt eng mit dieser Anbaumethode zusammen.

2. Die Blätter werden geerntet

Nach der Beschattungsphase werden die jungen Teeblätter geerntet.

Welche Blätter verwendet werden und zu welchem Zeitpunkt die Ernte stattfindet, beeinflusst die spätere Qualität deutlich.

3. Die Blätter werden gedämpft

Wie bei vielen japanischen Grüntees werden die frisch geernteten Blätter kurz mit Wasserdampf behandelt.

Dieser Schritt stoppt enzymatische Veränderungen in den Blättern und trägt dazu bei, Farbe und charakteristische Aromen zu erhalten.

4. Aus den Blättern wird Tencha

Anders als beispielsweise bei Sencha werden die Blätter für Tencha nach dem Dämpfen nicht zu den bekannten nadelartigen Formen gerollt.

Sie werden getrocknet und anschließend weiterverarbeitet.

Dabei werden gröbere Bestandteile wie Stiele und Blattadern entfernt.

Das verbleibende Blattmaterial ist Tencha.

5. Der Tencha wird fein gemahlen

Zum Schluss wird der Tencha zu einem sehr feinen Pulver vermahlen.

Traditionell geschieht das langsam mit Steinmühlen. Heute können auch moderne Mahlverfahren eingesetzt werden.

Das Ergebnis ist Matcha.

Warum ist Matcha so grün?

Die intensive grüne Farbe hängt vor allem mit der Beschattung der Teepflanzen zusammen.

Weniger direktes Sonnenlicht verändert die Zusammensetzung der Blätter und fördert unter anderem den Erhalt von Chlorophyll.

Dadurch entwickeln die Blätter eine besonders kräftige grüne Farbe.

Die Farbe allein reicht allerdings nicht aus, um die Qualität eines Matchas sicher zu beurteilen. Herkunft, Frische, Verarbeitung, Aroma, Textur und Geschmack spielen ebenfalls eine Rolle.

Ein sehr stumpfes, gelbliches oder bräunliches Pulver kann jedoch auf Alterung, ungeeignete Lagerung oder eine andere Produktqualität hinweisen.

Wie schmeckt Matcha?

Guter Matcha schmeckt nicht einfach nur „grün“ oder bitter.

Sein Geschmack kann mehrere Komponenten verbinden:

  • pflanzliche und frische Noten;
  • Umami;
  • eine leichte natürliche Süße;
  • feine herbe oder bittere Noten;
  • teilweise cremige oder fast nussige Eindrücke.

Wie stark diese einzelnen Eigenschaften hervortreten, hängt vom Matcha und von seiner Zubereitung ab.

Ein Matcha mit ausgeprägtem Umami kann beispielsweise sehr weich und rund wirken. Andere Sorten sind frischer, herber oder deutlich pflanzlicher.

Eine gewisse Bitterkeit gehört grundsätzlich zum Geschmacksbild von Grüntee. Dominante, unangenehm scharfe Bitterkeit ist jedoch nicht das Ziel einer gut zubereiteten Schale Matcha.

Was bedeutet Umami bei Matcha?

Umami wird häufig als fünfte grundlegende Geschmacksrichtung neben süß, sauer, salzig und bitter beschrieben.

Bei Matcha zeigt sich Umami als voller, herzhafter und manchmal fast cremiger Geschmack.

Die Beschattung der Teepflanzen spielt dabei eine wichtige Rolle. Unter anderem bleiben dadurch bestimmte Aminosäuren wie Theanin stärker erhalten, die zum charakteristischen Geschmacksprofil beschatteter japanischer Tees beitragen.

Umami bedeutet deshalb nicht, dass Matcha salzig schmeckt.

Es beschreibt vielmehr eine gewisse Tiefe und Fülle, die besonders hochwertige Matchas von sehr einfachen Grünteepulvern unterscheiden kann.

Woher kommt Matcha?

Die Geschichte von pulverisiertem Tee reicht ursprünglich nach China zurück.

In Japan entwickelte sich diese Form des Teetrinkens jedoch über Jahrhunderte weiter und wurde eng mit der japanischen Teekultur verbunden.

Besonders bekannt ist die Region Uji in der Präfektur Kyoto, die seit Jahrhunderten für hochwertigen Tee steht.

Auch andere Regionen Japans produzieren heute Tencha und Matcha. Dazu gehören beispielsweise Teile der Präfekturen Aichi, Shizuoka und Kagoshima.

Matcha ist deshalb nicht auf eine einzige japanische Region beschränkt.

Was ist der Unterschied zwischen Matcha und normalem Grüntee?

Matcha und klassischer japanischer Grüntee stammen beide von der Teepflanze Camellia sinensis.

Der Unterschied liegt vor allem in Anbau, Verarbeitung und Zubereitung.

Matcha

Die Pflanzen werden vor der Ernte beschattet.

Aus den Blättern entsteht zunächst Tencha, der anschließend zu Pulver vermahlen wird.

Bei der Zubereitung wird dieses Pulver direkt mit Wasser vermischt.

Sencha und andere Blatttees

Viele andere japanische Grüntees wachsen überwiegend ohne eine vergleichbare lange Beschattung oder werden anders verarbeitet.

Nach dem Aufguss werden die Teeblätter wieder aus dem Wasser entfernt.

Man trinkt also den Aufguss und nicht das Blatt selbst.

Matcha ist deshalb nicht einfach „normaler Grüntee in Pulverform“.

Ist jedes Grünteepulver Matcha?

Nein.

Grüner Tee lässt sich grundsätzlich aus verschiedenen Teesorten zu Pulver vermahlen. Dadurch entsteht aber nicht automatisch Matcha.

Für Matcha ist traditionell Tencha das Ausgangsmaterial.

Ein gemahlener Sencha bleibt beispielsweise gemahlener Grüntee und wird nicht allein durch das Mahlen zu Matcha.

Das erklärt auch, warum sich verschiedene grüne Pulver in Farbe, Geschmack, Textur und Preis deutlich voneinander unterscheiden können.

Was bedeutet „Ceremonial Grade“ bei Matcha?

Auf vielen Verpackungen außerhalb Japans findet man Begriffe wie:

  • Ceremonial Grade;
  • Premium Grade;
  • Culinary Grade.

Diese Bezeichnungen können Käufern eine grobe Orientierung geben, sind aber keine einheitlich definierte offizielle japanische Qualitätsklassifikation.

Insbesondere „Ceremonial Grade“ wird international häufig als Marketingbegriff für Matcha verwendet, der zum direkten Trinken gedacht ist.

In Japan werden Qualität und Verwendung differenzierter beurteilt. Farbe, Aroma, Geschmack, Textur, Herkunft, Ernte und Verarbeitung können dabei eine Rolle spielen.

Ein Aufdruck mit „Ceremonial Grade“ allein garantiert deshalb noch keinen bestimmten Qualitätsstandard.

Wie erkennt man guten Matcha?

Es gibt kein einzelnes Merkmal, das Qualität zuverlässig beweist.

Mehrere Punkte können jedoch Hinweise geben.

Farbe

Frischer Matcha besitzt meist ein intensives Grün.

Sehr matte, gelbliche oder bräunliche Töne können auf Alterung oder eine andere Qualität hindeuten.

Aroma

Das Pulver sollte frisch und klar riechen.

Je nach Sorte können pflanzliche, süßliche oder leicht maritime Noten auftreten.

Textur

Matcha wird sehr fein gemahlen und fühlt sich wesentlich feiner an als viele gewöhnliche Teepulver.

Geschmack

Guter Matcha sollte ein ausgewogenes Verhältnis aus Umami, Frische, leichter Süße und angenehmer Herbe besitzen.

Sehr aggressive Bitterkeit allein ist kein Qualitätsmerkmal.

Frische

Matcha reagiert empfindlich auf Licht, Wärme, Feuchtigkeit und starke Fremdgerüche.

Eine gute Lagerung ist deshalb besonders wichtig.

Wie bewahrt man Matcha auf?

Matcha sollte möglichst vor Licht, Feuchtigkeit, Wärme und Luft geschützt werden.

Nach dem Öffnen verschließen Sie die Verpackung oder Dose immer sorgfältig und vermeiden Sie Orte direkt neben Herd, Heizung oder einem sonnigen Fenster.

Auch starke Gerüche sind ungünstig, da Tee Aromen aus seiner Umgebung aufnehmen kann.

Kaufen Sie deshalb lieber Mengen, die Sie innerhalb eines überschaubaren Zeitraums tatsächlich verbrauchen können, statt eine große geöffnete Packung monatelang aufzubewahren.

Wie bereitet man Matcha zu?

Für eine klassische Schale Matcha benötigen Sie nur wenige Dinge:

  • Matcha;
  • Wasser;
  • eine Schale;
  • idealerweise einen Bambusbesen, den Chasen.

Eine kleine Menge Matcha wird in die Schale gegeben, mit Wasser vermischt und anschließend mit dem Chasen zügig aufgeschlagen.

Dabei entsteht eine gleichmäßige, fein schaumige Oberfläche.

Temperatur, Menge, Sieben des Pulvers und die richtige Bewegung mit dem Chasen können das Ergebnis deutlich beeinflussen.

Die vollständige Anleitung finden Sie in unserem Guide „Wie macht man Matcha? Schritt für Schritt richtig zubereiten“.

Muss Matcha immer heiß getrunken werden?

Nein.

Neben der klassischen warmen Zubereitung lässt sich Matcha auch kalt verwenden.

Beliebte Varianten sind beispielsweise:

  • kalter Matcha mit Wasser;
  • Matcha Latte;
  • Iced Matcha Latte;
  • Matcha in Desserts;
  • Matcha in Gebäck oder Eis.

Je nachdem, ob Sie Matcha pur trinken oder mit Milch und anderen Zutaten kombinieren möchten, kann ein anderes Geschmacksprofil sinnvoll sein.

Für einen Matcha Latte darf der Tee beispielsweise kräftiger schmecken, damit sein Aroma neben der Milch noch wahrnehmbar bleibt.

Welche Utensilien braucht man für Matcha?

Für den Einstieg ist keine große Sammlung japanischer Teeutensilien notwendig.

Traditionell werden häufig verwendet:

Matcha-Schale – Chawan

Eine ausreichend breite Schale erleichtert das Aufschlagen des Matchas.

Bambusbesen – Chasen

Der Chasen besteht aus fein geschnittenem Bambus und dient dazu, Matcha und Wasser schnell und gleichmäßig zu vermischen.

Bambuslöffel – Chashaku

Mit dem schmalen Chashaku lässt sich Matcha traditionell portionieren.

Feines Sieb

Matcha bildet aufgrund seines sehr feinen Pulvers leicht kleine Klümpchen.

Durch Sieben vor der Zubereitung lässt er sich gleichmäßiger mit Wasser vermischen.

Für den Geschmack ist letztlich die Qualität des Matchas wichtiger als eine möglichst umfangreiche Ausstattung. Ein gut zusammengestelltes Matcha-Set macht die traditionelle Zubereitung jedoch einfacher.

Häufige Fragen zu Matcha

Ist Matcha Grüntee?

Ja.

Matcha ist eine besondere Form von Grüntee, die aus Tencha hergestellt und zu einem sehr feinen Pulver gemahlen wird.

Woraus besteht Matcha?

Reiner Matcha besteht ausschließlich aus fein gemahlenem Tee.

Zucker, Milch oder Aromen sind erst Bestandteile von Getränken wie Matcha Latte und gehören nicht zum Matcha selbst.

Wonach schmeckt Matcha?

Typisch sind pflanzliche, frische und leicht herbe Noten sowie Umami und je nach Qualität eine feine natürliche Süße.

Der genaue Geschmack unterscheidet sich von Matcha zu Matcha.

Ist Matcha bitter?

Matcha besitzt von Natur aus eine gewisse Herbe und Bitterkeit.

Bei einem ausgewogenen Matcha treten daneben jedoch auch Umami, Frische und leichte Süße auf.

Eine falsche Zubereitung, insbesondere sehr heißes Wasser oder ein ungünstiges Verhältnis von Pulver zu Wasser, kann die Bitterkeit stärker hervortreten lassen.

Ist Matcha dasselbe wie Grünteepulver?

Nicht grundsätzlich.

Echter Matcha wird aus Tencha hergestellt. Andere Grüntees können ebenfalls gemahlen werden, sind dadurch aber nicht automatisch Matcha.

Woher kommt Matcha?

Die historischen Wurzeln pulverisierten Tees liegen in China. Matcha, wie er heute bekannt ist, wurde jedoch über Jahrhunderte zu einem wichtigen Bestandteil der japanischen Teekultur.

Wie trinkt man Matcha?

Traditionell wird Matcha mit Wasser in einer Schale aufgeschlagen.

Heute wird er außerdem häufig als Matcha Latte, Iced Matcha oder als Zutat in Speisen verwendet.

Matcha ist mehr als grünes Pulver

Was Matcha besonders macht, beginnt lange bevor das Pulver in der Schale landet.

Die Beschattung der Teepflanzen, die Herstellung von Tencha und das feine Mahlen prägen Farbe, Textur und Geschmack.

Das Ergebnis ist ein Grüntee, der nicht wie ein klassischer Aufguss getrunken wird, sondern vollständig Teil des Getränks bleibt.

Wer Matcha zum ersten Mal probiert, muss dabei nicht sofort ein komplexes Ritual beherrschen. Ein guter Matcha, die richtige Wassermenge und ein Chasen reichen bereits aus, um seinen charakteristischen Geschmack kennenzulernen.