Welche Nudeln für Ramen? Sorten, Menge und Zubereitung erklärt

Welche Nudeln eignen sich für Ramen? Entdecken Sie Unterschiede zwischen dünnen, dicken, frischen und getrockneten Ramen-Nudeln sowie die richtige Menge pro Person.
Frische japanische Ramen-Nudeln neben einer keramischen Ramen-Schale mit Brühe und Toppings

Für Ramen verwendet man idealerweise echte Ramen-Nudeln aus Weizenmehl mit Kansui, einer alkalischen Komponente, die ihnen ihre typische elastische Textur verleiht.

Doch Ramen-Nudeln sind nicht alle gleich. Es gibt sie frisch oder getrocknet, hauchdünn oder kräftig, gerade oder gewellt. Welche Variante am besten passt, hängt vor allem von der Brühe und dem gewünschten Mundgefühl ab.

Für einen kräftigen Tonkotsu-Ramen sind beispielsweise sehr dünne, gerade Nudeln typisch. Sapporo-Miso-Ramen wird dagegen häufig mit mittelstarken, gewellten Nudeln serviert.

Die gute Nachricht: Für Ramen zu Hause müssen Sie nicht die eine „perfekte“ Nudel finden. Wichtiger ist, eine richtige Ramen-Nudel auszuwählen und sie so zu kochen, dass sie beim Servieren noch die gewünschte Festigkeit besitzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Klassische Ramen-Nudeln bestehen hauptsächlich aus Weizenmehl, Wasser und einer alkalischen Komponente namens Kansui.
  • Kansui trägt zur elastischen, festen Textur typischer Ramen-Nudeln bei.
  • Dünne und gerade Nudeln sind besonders typisch für Hakata-Tonkotsu-Ramen.
  • Mittelstarke, gewellte Nudeln werden häufig mit Sapporo- und Miso-Ramen verbunden.
  • Für zu Hause sind sowohl frische als auch getrocknete Ramen-Nudeln geeignet.
  • Rechnen Sie grob mit etwa 110 bis 150 g frischen oder 80 bis 100 g getrockneten Nudeln pro Person.
  • Kochen Sie die Nudeln separat und erst unmittelbar vor dem Servieren.
  • Die Zubereitungsempfehlung auf der Verpackung hat immer Vorrang vor allgemeinen Zeitangaben.

Was sind Ramen-Nudeln?

Ramen-Nudeln sind japanische Weizennudeln mit Wurzeln in der chinesischen Nudelküche.

Typischerweise bestehen sie aus:

  • Weizenmehl;
  • Wasser;
  • Salz;
  • Kansui.

Gerade Kansui unterscheidet viele Ramen-Nudeln deutlich von anderen japanischen Nudelsorten wie Udon.

Es verändert die Eigenschaften des Teigs und trägt dazu bei, dass die Nudeln ihre charakteristische feste und elastische Konsistenz erhalten.

Ramen-Nudeln können dabei sehr unterschiedlich sein.

Je nach Rezept und regionalem Stil sind sie:

  • sehr dünn bis sehr dick;
  • gerade oder gewellt;
  • rund oder flacher geschnitten;
  • weich oder besonders bissfest;
  • frisch, gekühlt, gefroren oder getrocknet.

Es gibt deshalb nicht nur eine einzige Form, die als „echte Ramen-Nudel“ gilt.

Was ist Kansui?

Kansui ist eine alkalische Komponente, die bei der Herstellung vieler Ramen-Nudeln verwendet wird.

Traditionell bezog sich der Begriff auf alkalisches Mineralwasser. Heute werden bei der Nudelherstellung üblicherweise alkalische Salze eingesetzt.

Dazu können beispielsweise Natriumcarbonat oder Kaliumcarbonat gehören.

Kansui beeinflusst mehrere Eigenschaften der Nudel:

  • Festigkeit;
  • Elastizität;
  • Farbe;
  • Geschmack;
  • Verhalten beim Kochen.

Dadurch entsteht die typische Textur, die viele Menschen mit Ramen verbinden.

Auf europäischen Zutatenlisten muss nicht unbedingt das japanische Wort „Kansui“ stehen. Je nach Produkt können stattdessen beispielsweise alkalische Säureregulatoren oder die entsprechenden Carbonate angegeben sein.

Sind Ramen-Nudeln Eiernudeln?

Nicht grundsätzlich.

Ramen-Nudeln können Ei enthalten, Ei ist aber keine Voraussetzung dafür, dass eine Nudel als Ramen-Nudel verwendet werden kann.

Die typische gelbliche Farbe mancher Ramen-Nudeln bedeutet ebenfalls nicht automatisch, dass Eier enthalten sind.

Mehl, alkalische Bestandteile und gegebenenfalls weitere Zutaten oder Farbstoffe können die Farbe beeinflussen.

Wenn Sie Eier vermeiden möchten, sollten Sie deshalb nicht nach der Farbe urteilen, sondern die Zutatenliste der jeweiligen Packung prüfen.

Welche Ramen-Nudeln sollte man kaufen?

Für Ramen zu Hause sind Produkte am unkompliziertesten, die ausdrücklich als:

  • Ramen Noodles;
  • Ramen-Nudeln;
  • Japanese Ramen Noodles;
  • Chuka Men

oder ähnlich gekennzeichnet sind.

Schauen Sie anschließend auf die Zutatenliste.

Weizenmehl und eine alkalische Komponente sind ein guter Hinweis darauf, dass die Nudeln tatsächlich für den typischen Ramen-Stil hergestellt wurden.

Danach können Sie zwischen frischen, getrockneten oder gefrorenen Nudeln wählen.

Frische Ramen-Nudeln

Frische beziehungsweise gekühlte Ramen-Nudeln kommen der Textur aus einem Ramen-Restaurant häufig besonders nahe.

Sie besitzen bereits einen relativ hohen Wasseranteil und benötigen deshalb meist nur eine kurze Kochzeit.

Vorteile:

  • elastische Textur;
  • kurze Garzeit;
  • große Auswahl an Dicken und Formen;
  • sehr gutes Mundgefühl.

Der Nachteil ist die begrenzte Haltbarkeit.

Frische Ramen-Nudeln müssen je nach Produkt gekühlt gelagert und innerhalb der angegebenen Frist verbraucht werden.

Getrocknete Ramen-Nudeln

Getrocknete Ramen-Nudeln sind für den Vorrat besonders praktisch.

Sie halten wesentlich länger und lassen sich problemlos in einem trockenen Schrank aufbewahren, sofern der Hersteller nichts anderes angibt.

Bei guten Produkten bleiben viele typische Eigenschaften einer Ramen-Nudel erhalten.

Sie benötigen lediglich länger zum Kochen als frische Nudeln.

Für regelmäßige Ramen zu Hause sind trockene Ramen-Nudeln deshalb eine sehr unkomplizierte Lösung.

Gefrorene Ramen-Nudeln

Gefrorene Ramen-Nudeln können ebenfalls eine hervorragende Option sein.

Sie ermöglichen eine Textur, die frischen Nudeln sehr nahekommt, während sie wesentlich länger haltbar sind.

Einige Produkte werden direkt aus dem gefrorenen Zustand gekocht, andere müssen vorher aufgetaut werden.

Folgen Sie hier besonders genau der Packungsanleitung.

Instant-Nudeln

Instant-Ramen-Nudeln sind bereits vorgegart und anschließend getrocknet oder frittiert worden.

Dadurch lassen sie sich sehr schnell zubereiten.

Sie eignen sich selbstverständlich für Instant-Ramen, unterscheiden sich in Textur und Herstellung jedoch deutlich von frischen Restaurant-Nudeln.

Wenn Sie eine selbst gekochte Brühe und eigene Toppings vorbereiten, sind frische oder klassische getrocknete Ramen-Nudeln in der Regel die interessantere Wahl.

Dünn, dick oder mittelstark: Welche Ramen-Nudeln passen?

Die Dicke beeinflusst nicht nur das Mundgefühl.

Sie verändert auch:

  • die Kochzeit;
  • die Geschwindigkeit, mit der die Nudel weich wird;
  • das Verhältnis zwischen Nudel und Brühe in jedem Bissen.

Es gibt keine universelle Regel, nach der eine bestimmte Brühe ausschließlich mit einer bestimmten Nudel serviert werden darf.

Einige Kombinationen haben sich jedoch regional besonders etabliert.

Dünne Ramen-Nudeln

Dünne Nudeln garen sehr schnell und lassen sich leicht mit der Brühe aufnehmen.

Sie werden besonders stark mit Hakata-Ramen aus Fukuoka verbunden.

Dort werden sehr dünne und häufig gerade Nudeln traditionell mit einer kräftigen Tonkotsu-Brühe serviert.

Da die Nudeln so dünn sind, können sie relativ schnell weich werden.

Deshalb sollten sie unmittelbar nach dem Kochen serviert und zügig gegessen werden.

Mittelstarke Ramen-Nudeln

Mittlere Nudeln sind besonders vielseitig.

Sie bieten etwas mehr Biss als sehr dünne Nudeln, ohne das Gericht so stark zu dominieren wie sehr dicke Varianten.

Für Ramen zu Hause sind sie eine ausgezeichnete universelle Wahl.

Wenn Sie nur eine Sorte kaufen möchten, mit der Sie verschiedene Shoyu-, Shio- oder Miso-Ramen ausprobieren können, ist eine mittelstarke Ramen-Nudel ein guter Ausgangspunkt.

Dicke Ramen-Nudeln

Dicke Nudeln besitzen ein ausgeprägteres Mundgefühl und benötigen meist etwas mehr Kochzeit.

Sie eignen sich besonders gut, wenn die Nudel selbst deutlich wahrnehmbar sein soll.

Kräftige Brühen und konzentrierte Dipping-Saucen wie bei Tsukemen werden häufig mit stärkeren Nudeln kombiniert.

Das ist jedoch keine starre Regel: Moderne Ramen-Köche kombinieren Brühen und Nudelstärken auf sehr unterschiedliche Weise.

Gerade oder gewellte Ramen-Nudeln?

Auch die Form verändert das Esserlebnis.

Gerade Nudeln

Gerade Nudeln wirken häufig etwas glatter und lassen sich besonders leicht einziehen.

Sehr dünne, gerade Nudeln sind beispielsweise typisch für Hakata-Ramen.

Sie passen gut zu einem reduzierten Aufbau, bei dem Brühe und Nudel im Mittelpunkt stehen.

Gewellte Nudeln

Gewellte oder gekräuselte Nudeln bieten eine andere Textur und nehmen beim Essen viel Brühe zwischen ihren Windungen mit.

Besonders bekannt sind die mittelstarken, gewellten Nudeln des Sapporo-Ramen.

Sie werden häufig mit kräftigem Miso-Ramen kombiniert.

Auch bei Shoyu- oder anderen Ramen können gewellte Nudeln hervorragend funktionieren.

Die Form ist deshalb weniger eine Qualitätsfrage als eine Frage des gewünschten Stils.

Welche Nudeln für Tonkotsu Ramen?

Für Hakata-Tonkotsu-Ramen sind sehr dünne, gerade Ramen-Nudeln besonders typisch.

Sie werden oft relativ fest serviert.

In Ramen-Restaurants in Fukuoka kann man deshalb häufig sogar den gewünschten Gargrad auswählen.

Die dünnen Nudeln passen gut zur kräftigen Schweineknochenbrühe und lassen sich schnell essen.

Ein weiterer Grund für diese Nudelart ist die Tradition des Kaedama: Wer noch Brühe besitzt, kann eine zusätzliche Portion frisch gekochter Nudeln bestellen.

Zu Hause müssen Sie natürlich nicht zwingend diesen regionalen Stil kopieren.

Für eine cremige Tonkotsu-Brühe können auch mittelstarke Ramen-Nudeln sehr gut funktionieren.

Welche Nudeln für Miso Ramen?

Für kräftigen Miso-Ramen sind mittelstarke bis etwas dickere Nudeln eine sehr gute Wahl.

Beim berühmten Sapporo-Ramen werden traditionell häufig mittelstarke, gewellte Nudeln verwendet.

Sie besitzen genügend Biss, um sich gegen die intensive Miso-Würzung und kräftige Brühe zu behaupten.

Wer Mais, Gemüse, Chashu oder andere reichhaltige Toppings verwendet, erhält damit ein besonders ausgewogenes Verhältnis zwischen Brühe und Nudel.

Welche Nudeln für Shoyu Ramen?

Shoyu-Ramen lässt besonders viel Spielraum.

Je nach Brühe eignen sich:

  • dünne gerade Nudeln;
  • mittelstarke gerade Nudeln;
  • leichte gewellte Nudeln.

Bei einer klaren, feinen Shoyu-Brühe können dünnere Nudeln sehr elegant wirken.

Ist die Brühe kräftiger und besitzt mehr Fett oder intensive Aromen, kann eine etwas stärkere Nudel angenehmer sein.

Für den ersten selbst gemachten Shoyu-Ramen sind mittelstarke Ramen-Nudeln deshalb eine sichere Wahl.

Welche Nudeln für Shio Ramen?

Shio-Ramen besitzt häufig eine relativ klare und fein abgestimmte Brühe.

Dazu passen besonders gut dünne bis mittelstarke Nudeln, die den Geschmack der Brühe nicht überdecken.

Gerade Nudeln sind eine gute Wahl, aber auch leicht gewellte Varianten können funktionieren.

Wichtiger als die genaue Form ist, dass die Nudel nicht zu lange gekocht wird und ihre Textur bis zum letzten Bissen behält.

Welche Nudeln für Ramen? Eine einfache Orientierung

Wenn Sie sich beim Einkauf nicht entscheiden können, hilft diese grobe Zuordnung:

Ramen-Stil Gute Ausgangswahl
Hakata / Tonkotsu sehr dünn, gerade
Sapporo / Miso mittelstark, gewellt
Shoyu dünn bis mittelstark, gerade oder leicht gewellt
Shio dünn bis mittelstark
kräftige Brühen mittelstark bis dick
Tsukemen häufig dick bis sehr dick

Diese Tabelle beschreibt typische Kombinationen und keine verbindlichen Regeln.

Gerade die enorme Vielfalt der Ramen-Kultur lebt davon, dass Produzenten und Restaurants unterschiedliche Nudeln mit unterschiedlichen Brühen kombinieren.

Wie viel Ramen-Nudeln braucht man pro Person?

Die richtige Menge hängt davon ab, ob Sie frische oder trockene Nudeln verwenden.

Als praktische Orientierung für eine Hauptmahlzeit können Sie ungefähr rechnen mit:

Frische oder gekühlte Ramen-Nudeln

Etwa 110 bis 150 Gramm pro Person.

Viele japanische Hersteller verkaufen einzelne frische Portionen in genau diesem Größenbereich.

Bei sehr großen Portionen oder besonders dicken Nudeln kann die Menge auch darüber liegen.

Getrocknete Ramen-Nudeln

Etwa 80 bis 100 Gramm pro Person.

Getrocknete Nudeln nehmen während des Kochens Wasser auf und werden dadurch deutlich schwerer.

Deshalb dürfen frische und trockene Mengen nicht eins zu eins verglichen werden.

Bei vielen Toppings

Wenn Ihr Ramen zusätzlich reichlich:

  • Chashu;
  • Ei;
  • Gemüse;
  • Pilze;
  • Mais

oder andere Toppings enthält, reicht oft eine etwas kleinere Nudelportion.

Für eine sehr einfache Schüssel aus Brühe und Nudeln darf die Portion dagegen großzügiger ausfallen.

Die Portionsangabe auf der Verpackung ist auch hier der beste Ausgangspunkt.

Wie kocht man Ramen-Nudeln richtig?

Die Nudeln sollten erst ganz am Ende zubereitet werden.

Bevor sie ins Wasser kommen, sollten deshalb bereits fertig sein:

  • Brühe;
  • Tare beziehungsweise Würzung;
  • Aromaöl;
  • Toppings;
  • Servierschalen.

Sobald die Nudeln gar sind, muss es schnell gehen.

1. Genügend Wasser verwenden

Kochen Sie Ramen-Nudeln in einem ausreichend großen Topf mit reichlich Wasser.

Zu wenig Wasser kühlt beim Hinzugeben der Nudeln stark ab und enthält anschließend schnell viel gelöste Stärke.

Das kann dazu führen, dass die Nudeln stärker zusammenkleben.

Einige japanische Hersteller empfehlen für eine einzelne Portion frischer Nudeln deutlich über einen Liter Kochwasser.

2. Wasser vollständig zum Kochen bringen

Geben Sie die Nudeln erst hinzu, wenn das Wasser kräftig kocht.

Trennen Sie frische Nudeln vorher vorsichtig mit den Händen, falls sie leicht aneinanderhaften.

3. Nudeln kurz bewegen

Nach dem Einlegen können Sie die Nudeln mit Stäbchen oder einer Kochzange vorsichtig voneinander lösen.

Rühren Sie nicht aggressiv, damit sie nicht beschädigt werden.

Sobald das Wasser wieder kocht und die Nudeln frei zirkulieren, ist kaum noch Bewegung notwendig.

4. Packungszeit beachten

Die Kochzeit kann von weniger als einer Minute bis zu mehreren Minuten reichen.

Sehr dünne frische Ramen-Nudeln garen extrem schnell.

Getrocknete und besonders dicke Nudeln benötigen länger.

Eine universelle Kochzeit wäre deshalb irreführend.

Orientieren Sie sich zunächst immer an der Herstellerangabe.

Probieren Sie anschließend eine Nudel kurz vor Ablauf der Zeit.

Sie sollte gar sein, aber noch die gewünschte Festigkeit besitzen.

5. Sehr gut abtropfen lassen

Sobald die Nudeln fertig sind, gießen Sie sie sofort ab.

Lassen Sie möglichst viel Kochwasser abtropfen, bevor die Nudeln in die Brühe kommen.

Das Kochwasser würde die sorgfältig abgestimmte Brühe sonst unnötig verdünnen.

6. Sofort servieren

Geben Sie die Nudeln direkt in die bereits vorbereitete heiße Brühe.

Toppings darauf – und sofort servieren.

Ramen-Nudeln warten nicht gerne.

Je länger sie in heißer Brühe stehen, desto mehr Flüssigkeit nehmen sie auf und desto weicher werden sie.

Sollte man Ramen-Nudeln nach dem Kochen abspülen?

Bei einem heißen klassischen Ramen normalerweise nicht.

Die Nudeln werden nach dem Kochen gut abgetropft und direkt in die heiße Brühe gegeben.

Es gibt jedoch Ausnahmen.

Für kalte Nudelgerichte oder manche Tsukemen-Zubereitungen werden Nudeln nach dem Kochen bewusst mit kaltem Wasser gespült und gekühlt.

Auch hier gilt deshalb: Die konkrete Zubereitung und die Hinweise des Herstellers sind wichtiger als eine pauschale Regel.

Sollte man Ramen-Nudeln direkt in der Brühe kochen?

Für klassischen Ramen ist es normalerweise besser, die Nudeln separat in Wasser zu kochen.

Während des Kochens gelangt Stärke aus den Nudeln ins Wasser.

Würden Sie sie direkt in der fertigen Brühe garen, könnten:

  • die Brühe trüber werden;
  • die Konsistenz sich verändern;
  • der Geschmack durch das Kochwasser verdünnt werden;
  • Salz und Gewürze schwieriger kontrollierbar sein.

Bereiten Sie deshalb zuerst die Brühe vor und kochen Sie die Nudeln separat unmittelbar vor dem Servieren.

Was kann man verwenden, wenn man keine Ramen-Nudeln findet?

Am besten suchen Sie zunächst in:

  • asiatischen Lebensmittelgeschäften;
  • größeren Supermärkten;
  • japanischen oder koreanischen Lebensmittelshops;
  • spezialisierten Online-Shops.

Achten Sie eher auf die Zusammensetzung als nur auf das Aussehen.

Eine chinesische Weizennudel mit einer alkalischen Komponente kann einem Ramen oft deutlich näherkommen als eine beliebige gelbe „Asia-Nudel“.

Sind Mie-Nudeln für Ramen geeignet?

Sie können verwendet werden, sind aber nicht automatisch dasselbe wie Ramen-Nudeln.

Unter dem Namen Mie-Nudeln werden in Europa sehr unterschiedliche asiatische Weizennudeln verkauft.

Manche enthalten Ei, manche nicht. Einige verwenden alkalische Salze, andere besitzen eine völlig andere Rezeptur.

Prüfen Sie deshalb die Zutatenliste.

Wenn keine echten Ramen-Nudeln erhältlich sind, können geeignete Mie-Nudeln eine praktische Alternative sein. Textur und Geschmack können sich jedoch vom klassischen Ramen unterscheiden.

Kann man Udon für Ramen verwenden?

Technisch können Sie natürlich Udon in einer Ramen-Brühe servieren.

Das Ergebnis besitzt dann aber nicht die typische Ramen-Nudel.

Udon sind deutlich dicker und werden traditionell ohne Kansui hergestellt.

Ihre Textur und ihr Mundgefühl unterscheiden sich entsprechend stark.

Das kann ein leckeres Nudelgericht ergeben – es ist nur keine klassische Ramen-Kombination.

Kann man Soba für Ramen verwenden?

Auch Soba sind keine klassischen Ramen-Nudeln.

Sie enthalten Buchweizen und besitzen dadurch einen völlig anderen Geschmack und eine andere Textur.

Eine Ramen-Brühe mit Soba kann interessant schmecken, sollte aber eher als eigene Interpretation verstanden werden.

Kann man Spaghetti für Ramen verwenden?

Im Notfall ja – ideal ist es nicht.

Spaghetti bestehen ebenfalls überwiegend aus Weizen, verwenden aber einen anderen Weizentyp und werden nach einem völlig anderen Verfahren hergestellt.

Ihre Textur bleibt deshalb deutlich italienischer als die einer echten Ramen-Nudel.

Wenn Sie regelmäßig Ramen zu Hause zubereiten möchten, lohnt sich der Kauf richtiger Ramen-Nudeln.

Der Unterschied ist unmittelbar spürbar.

Welche Ramen-Nudeln eignen sich für Anfänger?

Für den ersten selbst gemachten Ramen würde ich es nicht komplizierter machen als nötig.

Wählen Sie:

eine mittelstarke frische oder getrocknete Ramen-Nudel mit Kansui.

Damit können Sie problemlos:

  • Shoyu Ramen;
  • Miso Ramen;
  • Shio Ramen;
  • einfache Hühnerbrühen;
  • viele moderne Ramen-Varianten

zubereiten.

Später können Sie gezielt sehr dünne Nudeln für Hakata-Tonkotsu oder kräftigere, gewellte Nudeln für einen Sapporo-Stil ausprobieren.

So lässt sich der Einfluss der Nudel auf das gesamte Gericht viel leichter kennenlernen.

Häufige Fehler bei Ramen-Nudeln

Die Nudeln zu früh kochen

Wenn die Brühe und die Toppings noch nicht fertig sind, warten die Nudeln anschließend im Topf oder in der Schale.

Dabei werden sie immer weicher.

Kochen Sie sie deshalb wirklich zuletzt.

Zu wenig Kochwasser verwenden

Ein kleiner Topf mit wenig Wasser verliert beim Hinzufügen der Nudeln schnell Temperatur und enthält rasch viel Stärke.

Verwenden Sie einen ausreichend großen Topf.

Die Kochzeit blind übernehmen

Selbst zwei ähnlich dicke Ramen-Nudeln können unterschiedliche Garzeiten besitzen.

Probieren Sie die Nudel kurz vor Ende der angegebenen Kochzeit.

Die Nudeln in der fertigen Brühe kochen

Dadurch verändern Stärke und Kochwasser die Brühe.

Kochen Sie die Nudeln separat.

Frische und trockene Nudeln gleich dosieren

100 Gramm trockene Nudeln ergeben nach dem Kochen eine wesentlich größere Menge als 100 Gramm frische Nudeln.

Berücksichtigen Sie deshalb den unterschiedlichen Wassergehalt.

Eine beliebige asiatische Nudel automatisch für Ramen halten

Udon, Soba, Mie und Ramen sind nicht einfach austauschbare Begriffe.

Schauen Sie auf Zutaten, Form und vorgesehene Verwendung.

Häufige Fragen zu Ramen-Nudeln

Woraus bestehen Ramen-Nudeln?

Typische Ramen-Nudeln bestehen hauptsächlich aus Weizenmehl, Wasser, Salz und Kansui beziehungsweise alkalischen Salzen.

Je nach Hersteller können weitere Zutaten hinzukommen.

Welche Nudeln nimmt man für Ramen?

Am besten eignen sich ausdrücklich als Ramen-Nudeln beziehungsweise Chuka Men angebotene Weizennudeln mit einer alkalischen Komponente.

Form und Dicke können anschließend an den gewünschten Ramen-Stil angepasst werden.

Wie viel Ramen-Nudeln braucht man pro Person?

Als Orientierung können Sie mit ungefähr 110 bis 150 g frischen Ramen-Nudeln oder 80 bis 100 g getrockneten Nudeln pro Person rechnen.

Die Herstellerangabe auf der Packung hat Vorrang.

Welche Nudeln nimmt man für Tonkotsu Ramen?

Für Hakata-Tonkotsu sind besonders dünne, gerade Ramen-Nudeln typisch.

Andere Tonkotsu-Stile können jedoch auch mit stärkeren Nudeln serviert werden.

Welche Nudeln nimmt man für Miso Ramen?

Mittelstarke bis etwas dickere und häufig gewellte Nudeln passen besonders gut zu kräftigem Miso-Ramen.

Sapporo-Ramen ist ein bekanntes Beispiel dafür.

Muss in Ramen-Nudeln Ei enthalten sein?

Nein.

Ei kann Bestandteil eines Produkts sein, ist aber keine Voraussetzung für Ramen-Nudeln.

Warum sind Ramen-Nudeln gelb?

Die Farbe kann durch das Mehl, die alkalische Rezeptur und je nach Hersteller durch zusätzliche Zutaten beeinflusst werden.

Eine gelbe Nudel enthält deshalb nicht automatisch Ei.

Kann man Ramen-Nudeln vorbereiten?

Die Brühe und die Toppings können Sie hervorragend vorbereiten.

Die Nudeln selbst sollten Sie dagegen möglichst unmittelbar vor dem Essen kochen.

Muss man Ramen-Nudeln abspülen?

Für heißen klassischen Ramen normalerweise nicht. Gut abtropfen lassen und direkt in die Brühe geben.

Bei kalten Gerichten oder bestimmten Tsukemen-Zubereitungen kann Abspülen dagegen vorgesehen sein.

Die richtige Nudel verändert den ganzen Ramen

Bei Ramen ist die Nudel keine Beilage.

Sie ist neben Brühe, Würzung und Toppings einer der zentralen Bestandteile des Gerichts.

Für den Einstieg brauchen Sie trotzdem keine komplizierte Auswahl zu treffen: Eine mittelstarke Ramen-Nudel aus Weizen mit Kansui ist ein hervorragender Allrounder.

Danach können Sie experimentieren.

Sehr dünne und gerade Nudeln verändern einen Tonkotsu-Ramen vollkommen anders als kräftige, gewellte Nudeln. Schon allein durch den Wechsel der Nudel kann dieselbe Brühe wie ein anderes Gericht wirken.

Wer zuerst verstehen möchte, wie Brühe, Würzung, Nudeln und Toppings grundsätzlich zusammenspielen, findet die Grundlagen in unserem Guide „Was ist Ramen? Herkunft, Brühe, Nudeln und die wichtigsten Arten“.